Jørn Utzon 1918-2008 – Architekt des Sydney Opera House
Der exzellente Architekt Jørn Utzon ist im Dezember 08 im Alter von 90 Jahren verstorben. Mit einem einzigen Gebäude hat sich der Däne ein unglaubliches Denkmal gesetzt. Er selbst hat es gleichwohl nie betreten: das Sydney Opera House. 1956 gewann der damals junge und unbekannte Architekt völlig überraschend den weltweit ausgerufenen Wettbewerb für ein neues Opernhaus in Sydney. Eine Architektur scheinbar außerhalb von Zeit und Raum.
Konstruktive Probleme in Kombination mit einer ans Störrische grenzenden Kompromisslosigkeit Utzons prägten die erste Bauphase. Hatte Utzon bis dahin die Bauherrschaft hinter sich gewusst, so schlug ihm nun heftiger Gegenwind ins Gesicht. Die Überschreitung der Baukosten und seine Unwilligkeit, Planungsänderungen vorzunehmen, weil er damit seinen Entwurf entwertet sah, führten zu einem Dauerkonflikt, den der Architekt 1966 wütend beendete, indem er ein Flugzeug bestieg und Australien verließ, um während seines gesamten Lebens nie wieder in das Land Down Under zurückzukehren.
Als die Oper in Sydney 1973 schließlich von der Queen höchstselbst eröffnet wurde, lud man den Architekten zur Eröffnungsgala ein. Er kam nicht. Als ihm das Royal Australian Institute of Architects im selben Jahr die Goldmedaille für Architektur umhängen wollte, akzeptierte er diese Auszeichnung zwar, doch bei der Zeremonie glänzte er durch Abwesenheit.
Zwischenzeitlich war das Opernhaus durch alle Gazetten und Medien dieser Welt gegangen, war als Wunder der Technik und der Architektur gepriesen worden, und zwischenzeitlich hatte man auch in Sydney erkannt, dass man hier einen Volltreffer gelandet hatte. Die Stadt, eigentlich ganz Australien hatte plötzlich ein Wahrzeichen bekommen, das in der Folge zu einer der bekanntesten und meistfotografierten Architekturikonen der Welt avancieren sollte. Die Offiziellen der Stadt suchten um Versöhnung an. Doch Jørn Utzon blieb, wo er war, nämlich fern.
Und als er 1998 zu seinem 80. Geburtstag die Ehrenbürgerschaft Sydneys verliehen bekam, musste sich der Bürgermeister persönlich mit dem Goldenen Stadtschlüssel auf die weite Reise von Australien nach Dänemark machen. Denn Jørn Utzon blieb wieder, wo er war.
Sydney blieb zwar ein Lebenstrauma, doch Utzon zeichnete später dennoch für ein paar weitere Gebäude verantwortlich, die seinen Ruf als Ausnahmetalent abseits aller gängiger Moden und Ismen festigten - zum Beispiel eine Kirche im dänischen Bagsvaerd (1976) und die National Assembly (1983) in Kuwait.
Utzon war aber nicht nur ein brillanter Architekt, er zeichnete sich auch für diverse andere Deisigns verantwortlich, wie so z.B. die Leuchte „Concert“. Link:
http://www.selecteddesign.com/blog/2008/11/concert-von-j%C3%B8rn-utzon/
Weitere Informationen:
www.greatbuildings.com/architects/Jorn_Utzon.html
http://deu.archinform.net/arch/956.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B8rn_Utzon
